10 Dinge die jeder Radsportler wissen sollte

Wie bei vielen Dingen im Leben, gibt es auch beim Radsport verschieden Ansichten zu verschiedenen Themen.  Daher hier und jetzt meine persönliche, manchmal leicht ironisch – sarkastische Liste der 10 Dinge, die jeder Radsportler wissen sollte.

1. Das „hintere“ Ende

 

Jeder von uns kennt Radhosen. So gut wie alle haben eines gemeinsam – die Polsterung. Diese Hosen sind dafür gemacht, um sie direkt auf der Haut zu tragen. Wer zum ersten mal eine solche Hose trägt, wird sich nackt vorkommen, aber keine Angst, das gibt sich ganz schnell. Solltet Ihr dennoch Unterwäsche drunter ziehen, dann kann es passieren, das deren Nähte einschneiden und Ihr am Ende wund seid, und wie damals auf der Wickelkommode Puder und Penaten Creme braucht.

Desweiteren gibt es auf dem Markt gefühlt 1000 verschiedene Sättel in 999 Formen, wobei jeder im laufe eines Radlerlebens seine eigenen Vorlieben entwickelt. Generell sind Sättel für Rennräder eher eng geschnitten. Da den passenden zu finden, könnte eine Weile dauern, da hier auch Faktoren wie Sitzknochenabstände eine Rolle spielen. Jeder kennt das Gefühl eines Sattels der beim „anprobieren“ passt, und auf der ersten Tour nach einigen Kilometern verflucht wird.

2.  Was tun bei einem Platten

 

Es gibt Rennradfahrer, die ihren geliebten fahrbaren Untersatz selbst bei einem Platten in den nächsten Bike-Shop bringen. Jeder wie er mag, wobei das nun wirklich keine Hexerei ist. Einer meiner Teamkameraden machte neulich Smartphones für diese Tatsache als Schuldige ausfindig. Begründet darin, wenn man keine Möglichkeit hätte, mit anderen zu kommunizieren um dich abzuholen oder zu googlen, würde es einen viel größeren Anreiz geben, zu lernen, was man wie selbst macht. Und einen Schlauch wechseln oder flicken, ist definitiv einfach. Einfach mal ausprobieren, so ein Schlauch ist lieb und beisst nicht.

 

3. Wie man richtig im Wind fährt

 

Der Wind kann der größte Feind eines Radfahrers sein. Aber mit ein wenig Übung könnt Ihr Euch das Leben viel einfacher machen, wenn die Bäume auf Eurer nächsten Tour anfangen zu schwanken. Wenn Ihr in einer Gruppe fahrt, bleibt in der Nähe Eures Vordermanns. Wenn der böse Wind von der Seite kommt, seht zu, das Euer Vorderrad neben dem Hinterrad Eures Vordermanns steht, und Ihr somit nicht die volle Wucht abbekommt. Aus Gründen der Fairness, aber auch mal abwechseln, nicht das nur einer die Arschkarte hat.

Dein Rad hat mehr als einen Gang, benutz diese auch.  Das fahren gegen den Wind ist dem Klettern sehr ähnlich. Wahrscheinlich schlagen sich viele Holländer deshalb so gut in den Bergen.

Versuche wenn möglich, deine Trainingsrunde mit dem Gegenwind zu beginnen, damit du den Rückenwind auf dem Rückweg genießen kannst.

4. Essen und Trinken

 

Ich persönlich halte es so, für Ausfahrten unter 2 Stunden nichts zu essen dabei. Zur Not passt eines dieser Wunder-Gels in Dein Trikot. Für längere Ausfahrten tun diese es sowieso, wobei Obst und Co auch nicht schaden. Der groẞe Fan dieser Gels war ich noch nie, was wahrscheinlich an Opas Geschichten liegt, der doppelt oder dreifach so lange Etappen früher bei der Tour und anderen Rennen ohne diesen, wie er sagt Schnickschnack der Industrie  gefahren ist. 

Was das trinken angeht, bevorzuge ich isotinische Getränke, was aber mehr am Geschmack, als an etwas anderem liegt.

5. Verwendet Eure Gänge

 

Jeder kennt einen Neuling im Radsport, der sofort mit der härtesten Übersetzung ballert. Klar muss das nicht sein, sollte auch nicht.

Am Beispiel Basis-Training kurz erklärt, sollte hierbei Deine Trittfrequenz sich im mittleren Bereich befinden. und sich bei 90 bis 100 U/min. einpendeln. Wähle einen mittleren Gang, der sich locker treten lässt. Schalte an Steigungen so, dass Du diese in derselben Trittfrequenz locker hochfahren kannst.

6. Putz Dein Rennrad

Einmal pro Woche sollte dies spätestens jeder tun, vorausgesetzt Du hast es genutzt. Dein Rad wird es Dir danken. Bremsen, Schaltung etc., alles wird viel glatter laufen, wenn Dein Rad gut versorgt ist. Ketten und Kassetten werden nicht so schnell verschleißen, und Du wirst dich auch besser fühlen, mit einem gepflegten sauberen Rad unterm Hintern.

7. Zeit

 

Radsport braucht Zeit. Er benötigt Zeit für Training und Verbesserungen. Das sollte Dir von Anfang an bewusst sein. Daher hilft nur eine gute Planung, was Job, Familie und sonstige Verpflichtungen angeht.

Einfach mal überlegen, wann Du sinnlos Zeit verschwendest, zb. während Du irgendwelche Serien schaust, die nicht wirklich von Vorteil sind. Ich denke gerade an solchen Quatsch, wie Berlin Tag und Nacht, Gute Zeiten schlechte Zeiten und sonstigen Hirnverfall.  Wenn du deine Mittagspause in irgendeiner Kantine oder Restaurant verbringst, und es Möglichkeiten zum duschen und umziehen gibt, Du mal wieder mit dem Auto stundenlang im Stau stehst, alles Zeiten, die Du nutzen könntest. Das einzige, was Dir jetzt noch fehlt ist ein bisschen Disziplin. Deine Frau/Mann wird mit der Sportskanone an der Seite glücklicher und Dein Chef mit der erhöhten Produktivität und Wachsamkeit zufriedener sein.

8. Benutz Deine Ellenbogen

 

Du sollst jetzt nicht Karate Kid spielen, versuch trotzdem mal während der Fahrt Deine Ellenbogen zu bewegen und anzuspannen. Klingt doof, aber Du wirst schnell merken, das es Positionen gibt, die Vibrationen dämpfen, und Du dadurch weniger Nacken, Hals und Schulterschmerzen hast. Das dauert ein bisschen, aber hilft ungemein.

9. Wie Du richtig kletterst

 

Beim klettern denken viele sofort – nein Danke, da sie sofort Bilder von leidenden Radfahrern im Kopf haben.

Wichtig zu wissen ist, das Klettern eine gewisse Portion Schmerzen beinhaltet. Robert Millar sagte einmal in einem Interview, „die besten Kletterer sind diejenigen, die am meisten leiden können“. Sei also auf Schmerzen vorbereitet, aber denk immer daran, alle anderen leiden auch! Das macht es viel erträglicher. Auf kurzen, scharfen Aufstiege, versuche einfach drüber zu fahren, bei längere behalte die Ruhe, such den passenden Gang und finde Deinen Rhythmus. Der einzige Weg, Dein Klettern zu verbessern, ist zu klettern, also vermeiden in Zukunft keine Hügel mehr.

10. Umsicht

 

Meine Oma sagte immer, wenn Du seekrank bist, dann konzentrier Dich auf den Horizont. Genau verhält es sich bei radfahren. Ein schlauer Sportmediziner erklärte mir in der Jugend mal, dass 20% des Gleichgewichts mit den Sehnerven zusammenhängen. Genug abgeschweift, habe immer Deine Umwelt im Blick. Hindernisse auf Straẞen, einparkende Autos, Schlaglöcher, Tiere und ähnliche Sachen.

Ich könnte jetzt zur Vorsicht noch einen Helm empfehlen, aber wir sind keine Italiener und tragen die Dinger mittlerweile schon aus Gewohnheit.

Noch was zur Ergänzung? Dann her damit.

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