Die Route der Tour de France 2018 – Ein Ausblick

Im Oktober dieses Jahres wurde die Route der kommenden Tour de France vorgestellt. Dabei wird die 105. Auflage des härtesten Radrennens der Welt mit 3.329 Kilometern die kürzeste Tour des 21. Jahrhunderts werden und eine Woche später als geplant losgehen, am 7. Juli – Grund dafür ist die Fußballweltmeisterschaft 2018.

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Natürlich wurde die Route nach Bekanntgabe von der Fachpresse analysiert und charakterisiert, dabei geht es primär darum welchem Fahrer die Strecke am meisten liegen wird.

Da die Strecke eine Vielzahl an Bergetappen, wenige Sprints und nur eine kleine Anzahl an Zeitfahrten beinhaltet ist jetzt schon klar, dass der Tour-Sieger 2018 wohl eher ein guter Allrounder mit Kletter-Kompetenzen sein wird. So ist es auch wenig erstaunlich, dass Chris Froome, vor seinen ähnlich fähigen Konkurrenten Romain Bardet und Nairo Quintana, jetzt schon die deutlich besten Quoten auf den Gesamtsieg der Tour de France 2018 hat.

2018 wird die Tour wieder mit einer klassischen Start-Etappe in der Vendée beginnen, im typischen Wechsel zu der Auslands-Etappe, die 2017 in Düsseldorf begann.  Des Weiteren werden die Fahrer mit Kopfsteinpflaster und Schotterpisten, drei Bergankünften im Hochgebirge, einem Einzel- und einem Mannschaftszeitfahren, sowie einer Bergetappe über die Pyrenäen zu kämpfen haben.

Dabei wird die Tour, wie schon erwähnt, die kürzeste dieses Jahrhunderts, aber auch eine der härtesten Touren die jemals organisiert worden ist. All dies sollte dem Team Sky zu spielen, denn wenig andere Teams sind so gut auf einen derartigen Härtetest gewappnet wie die Sky-Maschine. Nebst einer Auflistung der 21. Etappen hat Eurosport auch eine Video-Vorstellung der neuen Bergetappe mit Schotterpiste – ein derartiges Terrain könnte durchaus zu tragischen Momenten und einigen unvorhergesehen Überraschungen führen.

Interessant wird auch sein wie sich die Reglementänderungen auf die Teams und die Strecken auswirken werden. Denn 2018 werden nur noch 8 anstatt 9 Fahrer pro Team an den Start gehen dürfen, dies wird das Teilnehmerfeld voraussichtlich von 198 auf 176 Fahrer reduzieren.

Zusätzlich werden neue Zeitgutschriften von bis zu drei Sekunden auf den ersten neun Strecken eingeführt. Obwohl spekuliert wird, dass diese Änderung keine großen und entscheidenden Auswirkungen auf das Standing am Ende der Tour haben sollten, bleibt abzuwarten wie die Fahrer auf diese Zeit-Boni reagieren werden.

Die Vorentscheidung auf den Tour-Sieg wird wohl in den Steigungen und Abfahrten der Bergetappen fallen. Jedoch, ist auch davon auszugehen, dass die endgültige Entscheidung auf den Gesamtsieg erst in der vorletzten Etappe, beim Einzelzeitfahren fallen wird.

Somit haben es die Veranstalter wohl geschafft eine moderne Strecke zu finden, die eine TV-Übertragung mit viel Spannung, bis eben (hoffentlich) ganz zum Schluss, bieten sollte. Somit sollten die Veranstalter mit ihrer Streckenbeschreibung, als „ultra-dynamisch“, auch richtig liegen.

Sollte Froome sich, wie erwartet, zu einem erneuten Tour-Sieg treten, dann wäre dies sein insgesamt fünfter und damit würde er dann auch mit den größten Fahrern des Sports, Eddy Merckx, Benard Hinault, Jacques Anquetil und Miguel Indurain gleich ziehen (schließt man Lance Armstrong’s sieben ‚Erfolge‘ aus).

Zu guter Letzt wurde im Zuge der Streckenvorstellung der Tour auch die fünfte Ausgabe der La Course, dem Frauenrennen der Tour de France, bestätigt. Dieses Event wächst erfreulicherweise von Jahr zu Jahr zu einer immer größeren und bedeutenderen Veranstaltung heran. Es gibt also vieles worauf sich Radsportfreunde der Welt nächsten Sommer freuen dürfen.

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