Umfrage: Ist Radfahren heute wirklich sicherer als vor 25 Jahren?

Umfrage: Ist Radfahren heute wirklich sicherer?

Amerikanische Studie kommt zu dem Entschluss, das Radfahren heute sicherer ist, als vor 25 Jahren. Mein objektives empfinden sagt mir persönlich zwar was anderes, aber ich kann mich auch täuschen.

US-Wissenschaftler analysierten Daten von insgesamt 11 OECD(Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) Mitgliedsländern. In allen untersuchten Ländernder gingen die Todesfälle von Radfahrern seit 1990 zurück.

Jedoch fallen die Unterschiede zwischen den Ländern teilweise stark unterschiedlich aus. Im Fokus der Untersuchung standen die USA, Kanada, Japan, die Niederlande, Schweden, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Grossbritannien und Spanien.

Die USA konnte beispielsweise in den vergangenen 25 Jahren einen Rückgang tödlich verunglückter Radfahrer um 30 Prozent verzeichnen. In Dänemark fiel dieser Rückgang mit knapp 70 Prozent jedoch wesentlich deutlicher aus. Die Wissenschaftler bescheinigten Nordeuropa dabei auch gleich eine sehr gut ausgebaute Fahrrad-Infrastruktur.

Die positiven Studienergebnisse sind – wie fast immer wenn es um die Auswertung von Unfallzahlen geht – aber mit Vorsicht zu geniessen. Die Todesfallzahlen der OECD basieren auf den offiziellen Polizeistatistiken der Mitgliedstaaten. Es gibt somit einen Graubereich. «Die in niederländischen Krankenhäusern verzeichneten Todesfälle von Radfahrern lagen zwischen 1996 und 2014 zB. um 18 Prozent höher als diejenigen der Polizei», schreiben die Autoren der Studie.

Es sei darum gut möglich, dass der tatsächliche Rückgang der tödlichen Radunfälle in allen untersuchten Ländern geringer sei als berechnet.

Weniger Unfälle könnten laut Studie aber auch bedeuten, dass weniger Menschen per Fahrrad unterwegs sind als vor 25 Jahren. Eine Möglichkeit, die, zumindest für einige der analysierten Staaten, nicht ganz auszuschliessen ist.

 

Wie steht es um Eure persönliche Sicht?

Ist Radfahren heute objektiv sicher?

9 Comments on “Umfrage: Ist Radfahren heute wirklich sicherer als vor 25 Jahren?”

  1. Hängt das nicht immer von dem gefahrenen Weg ab? Dort, wo ich täglich zur Arbeit entlang radle, kommt mir kein Auto entgegen. Ich fahre am Kanal entlang und auf umgebauten Eisenbahntrassen. Dafür nehme ich gerne ein paar km extra in kauf. Aus meiner Sicht würde ich also sagen: Ja. Es ist sicherer geworden.

    Ein Großstädter hingegen, der sich täglich mit Rücksichtslosen Autofahrern herumärgern muss, wird das Gegenteil berichten, nehme ich an.

    1. Der Meinung bin ich auch, da Studien aber immer den Durchschnitt veranschlagen, wird die Mehrheit der Menschen wohl keinen so schönen Weg haben. Ich habe g fühlt auch 46 Kreuzungen, 2 Bundesstraßen ohne Radweg etc. Da bin ich wohl schon eher Durchschnitt.

  2. Gegenfrage: Fährst du heute anders Fahrrad als von 25 Jahren? Alterungsprozesse verändern ja oft das Verhalten von Menschen, und sie verändern überdies die Wahrnehmung. Deine Frage dürfte also objektiv durch die Antworten Einzelner kaum zu beantworten sein.

    1. Jens, ohne Spaß – ich fahre heute wirklich „etwas“ anders, als vor 25 Jahren. Damals war ich 10😂
      Was wir aber alle gelernt haben, ist die Tatsache -vorausschauender zu fahren. In 20 Jahren Leistungssport, kommt bei mir aber leider auch mal ein Schuss Selbstüberschätzung dazu, da man geneigt ist, zu glauben man hätte nach gefühlten 100 Unfällen und 50 Brüchen schon alles erlebt.

  3. Die Absoluten Zahlen sind da wenig aussagekräftig. Für die Stadt Berlin findest Du umfangreiche Auswertungen auf den Webseiten des ADFC Berlin.

    Eine Auswertung der Radverkehrsstärke und der Fahrradunfälle zeigt, dass seit den 1970er Jahren beide gleichermaßen zunehmen. Die Sicherheit hat also nicht zugenommen. Erst in den letzten Jahren steigt der Radverkehr etwas stärker als die Anzahl der Radunfälle. Man muss das aber über längere Zeiträume beobachten, damit ein Trend wirklich als signifikant sichtbar wird.

    Der Radverkehr von heute wird auf der Infrastruktur von vorgestern abgewickelt. Da ist es schon toll, wenn die Sicherheit nicht abnimmt.

    Die Radfahrer in Berlin verursachen seit etwa einem Jahrzehnt einen immer geringeren Anteil der Radunfälle. Der Anteil der Unfälle durch ‚Fehler beim Abbiegen‘ durch Kraftfahrer nimmt kontinuierlich zu.

  4. Es ist doch ganz einfach, das was ich gerade mache, da fühle ich mich bedroht.Bin ich Radfahrer sind mir die Autofahrer unsympatisch, bin ich Fußgänger fuehle ich mich von allen bedroht, Auto- und Radfahrer.Bin ich Autofahrer bedrohe ich alles um mich herum, weil ich denke jeder behindert mich am Gasgeben.Jeder sollte sich mal vor Augen halten, dass er mal dies und mal jenes ist.Wer auch mal zu Fuss unterwegs ist wid merken wie es ist wenn Radfahrer haarscharf an einem vorbeigepfeffert kommen.

    1. Das nennt man nicht in den USA „Alternative Fakten“, das nennt ein „hirnaufgeweichter“ mit komischer Frisur so. Macht nen riesen Unterschied, ob eine Person oder eine ganze Nation.

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