Typische Radsport Verletzungen – was man dagegen tut

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Es ist ein allgemeines Missverständnis, dass die meisten Verletzungen beim Radsport durch sanfte oder unsafte Abstiege erfolgen.

Folgende Wehwehchen kennt der eine oder andere sicherlich, mit unseren Tipps gehören diese aber bald der Vergangenheit an.

Becken und Genitalbereich

Die häufigste Verletzung, die im Beckenbereich vorkommen sind sogenannte „Sattelwunden“. Diese werden oft durch reibende und scheuernde Stoffe auf der Haut verursacht. Daher sollte bei ernsthaftem Interesse an einer längeren Tour eine gepolsterte Radhose ein absolutes Muss sein.

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Viele moderne Radhosen kommen mit hypoallergenen „Chamois“ Einsätzen und passend für männliche und weibliche Radsportler. Zudem könnt Ihr Euch auch mit Chamois Creme behelfen, welche die unangenehme Reibungen zwischen Haut und Sitzpolster der Vergangenheit angehören lässt. Außerdem ganz entscheidend: Dank ihrer antibakteriellen Eigenschaften verhindert sie wirksam Entzündungen der Haut.

Wichtigster Tipp: Tragt niemals Unterwäsche unter Radhosen!

Hände

Taube Hände sind etwas, das viele Radsportler kennen. Sehr oft kommt dies von einem Überdruck auf den Nervus Ulnaris. Dieser verläuft entlang der medialen Seite des Armes zum Unterarm und zur Hand.

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Der beste Weg, diese Symptome zu lindern ist, Eure Position auf dem Rad zu überprüfen. Es könnte sein, dass Ihr zu weit nach vorne über das Vorderrad lehnt, dann kann Abhilfe mit veränderter Vorbaulänge geschafft werden. Ihr solltest es vermeiden, Eure Hände abzuknicken. Im Idealfall bilden Unterarm und Handrücken eine Linie. Ein weiterer Grund sind oft Nackenverspannungen, die sich bis in die Hände ziehen.

Füße

Die Art und Weise, wie die Eure Schuhplatten am Radschuh befestigt sind, ist von entscheidender Bedeutung. Wenn nicht richtig eingerichtet, kann dies eine Vielzahl von Verletzungen hervorrufen.

Das mit Abstand häufigste Symptom ist der sogenannte „heiẞe Fuẞ“, welcher sich durch einen brennenden Schmerz bemerkbar macht, der bis in die Zehen ausstrahlt und sehr quälend sein kann. Dieser wird durch Druck auf den Mittelfußknochen ausgelöst, und tritt häufig bei längeren und härteren Fahrten auf. Sollte dies bei Euch der Fall sein, seht Euch Eure Radschuhe mal etwas genauer an. In diesen darf ruhig ein kleines bisschen Platz sein, da wir alle wissen was mit Füssen passiert, die belastet werden. Nicht umsonst sollte man selbst normale Schuhe Abends kaufen, da Füsse im Laufe des Tages zum anschwellen neigen. Was morgens passt, muss Abends noch lange nicht passen.

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Beachtet auch die Pedalbreite. Wer zum Beispiel „kleine“ SPD Pedale fährt, sollte mal breitere Systeme wie Speedplay oder breitere Schuhe probieren. Ganz wichtig ist die Positionierung der Schuhplatte auf dem Schuh. Das Bewegen der Platte nach hinten kann den Druck lindern, aber dies solltet Ihr in winzigen Schritten probieren, nachdem man die oben genannten Optionen zuerst geprüft habt.

Knie

Wahrscheinlich das häufigste Problem aller Radsportler sind Knieschmerzen. Wenn dessen Ursachen nicht behoben werden, kann das schnell böse ausgehen.

Macht es Euch nicht zur Gewohnheit, immer den schwersten Gang zu treten. Als leidenschaftlicher Fixie Fahrer wissen meine Knie, was ich hier gerade schreibe.

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Ursachen hierfür können wieder die falsche Einstellung der Cleats oder zu kleine Pedale sein. Bei den meisten Menschen stehen die Füße vorne etwas auseinander. Die Fußstellung bei eingerasteten Schuhen ins Pedal sollte dieser Normalstellung der Füße entsprechen. Sorgfältige Einstellung der Schuhplatten zahlt sich aus.

Sattelposition überprüfen hilft ebenfalls oft.

Eine muskuläre Dysbalance kann ebenso schuld sein, das hierbei Kniescheibe etwas nach außen gedrückt wird. Elektro und Physiotherapie haben bei mir Wunder bewirkt.

Und ganz wichtig: dehnen, dehnen und dehnen.

Rückenschmerzen

Das Volksleiden Nr.1 ist beim Radsport natürlich auch anzutreffen, wird aber oft ignoriert, bis es irgendwann gar nicht mehr geht.

Die Gründe für Rückenschmerzen sind verschieden.

Es kann einfach ein Fall von Überbeanspruchung sein, vor allem für Radsportler, die gerade neu anfangen, aber keine Angst, Profis kennen das auch.

Abgesehen von der allgemeinen Ermüdung können die Ursprünge der Rückenschmerzen auf eine schlechte Positionierung zurückgeführt werden: Sattel zu hoch, nach unten gekippt oder nach oben, Vorbau zu lang, zu kurz, Lenker zu breit etc.

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Die Hauptursachen für Rückenschmerzen bei Radsportlern sind die Rückenmuskulatur und Wirbelsäule.

Die Rückenmuskulatur muss als Gegenpart zur Kraft der Beine wirken und Euren Rumpf stabilisieren. Ohne diese Arbeit würde Euer Rumpf in alle möglichen Richtungen schleudern.

Doch auch bei gut trainierten Radsportlern reicht die Kraft von Rücken und Bauch oft nicht aus, um den Beinen über Stunden Paroli zu bieten. Auch Nacken, Schultern und Arme werden nach und nach in Mitleidenschaft gezogen.

Eure Wirbelsäule wirkt wie eine Federgabel und fängt Stöße in senkrechter Richtung ab.

Beugt Ihr Euch tief über den Lenker, büßt Eure Wirbelsäule vieles Ihrer Schwingungskraft ein, und bildet nur noch einen großen Bogen vom Steißbein bis zum Hals. Dadurch fährt jeder Stoß fast ungedämpft direkt ins Rückgrat und die entstehenden Vibrationen ziehen direkt über die Schultern bis in den Kopf.

Rückentraining ist hier zu empfehlen, wenn Einstellung von Sattel und Lenker nichts bewirken.

Prävention ist definitiv besser als heilen!

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