Nicht nur labern – machen! #offenerbrief

Liebe Radsportfreunde

Ihr wisst ja: Ich verkaufe meinen Freunden und Lesern weder Lebensversicherungen noch Gebrauchträder. Ich verschicke sehr selten Petitionen, auch wenn ich sie selber unterschreibe. Und schon gar nicht haue ich jemanden um Geld an. Seht es mir bitte nach, wenn ich diesmal in puncto Geld eine Ausnahme mache. Ich habe dem Volksentscheid Fahrrad im letzten Sommer meine Unterschrift gegeben und unterstütze ihn seitdem jeden Monat finanziell. Überlegt Euch doch bitte, ob Ihr das nicht auch tun möchtet.

Warum?

Berlin treibt seit Jahren eine ziemlich miese Verkehrspolitik, die immer noch auf Autos setzt und für Fahrradfahrer kaum Geld übrig hat – obwohl immer mehr Leute Rad fahren. Wie Ihr selber wisst, gibt es in dieser vollen Stadt viel zu wenig Platz für Radfahrer, Fußgänger und Kinder, sicher ist das auch nicht, vom Dreck und Lärm gar nicht zu reden. Sicher habt Ihr auch mitbekommen: Der neue rot-rot-grüne Senat hat bei den Koalitionsverhandlungen angekündigt, das vorgeschlagene Radgesetz 1:1 zu übernehmen. Ein toller Erfolg! Dafür haben die Leute vom Volksentscheid 104.425 Stimmen gesammelt und zwölf Monate unbezahlt geackert. Aber es hat sich gelohnt, denn wenn Berlin losradelt, wird auch der Rest der Republik in die Pedale treten!

 

Leider sind Ankündigungen so verbindlich wie Wahlversprechen. Noch gibt es das schöne neue Gesetz nicht. Es könnte an Geldmangel oder Formalien scheitern oder von der Autolobby  zerrieben werden. Noch hat sich auf den Zuständen auf der Straße nichts geändert. Damit sich wirklich etwas ändert, brauchen wir das Team vom Volksentscheid Fahrrad auch im nächsten halben Jahr. Diese Leute wissen nach zwölf Monaten engagierter und fantasievoller Arbeit, wie man öffentlich Druck macht und so verhandelt, dass aus dem Radgesetz auch wirklich ein gutes Gesetz für uns alle wird. Außerdem können sie den Volksentscheid als Plan B durchzuziehen, falls der Senat doch einen Rückzieher macht.

Um das alles zu schaffen, brauchen sie Geld: 100.000 Euro für drei Stellen, Druck- und Sachkosten, Schreibtische – was man für Kampagnen braucht, die in der Freizeit nicht mehr zu stemmen sind. Unterstützt sie bitte mit einer Einmalspende, probiert die weitere Spenden-Tipps in Sachen Fundraising aus oder macht es wie ich: Werdet Fördermitglied.

Dies ist Eure Chance, nicht nur zu meckern, „böse“ Autofahrer auf sozialen Netzwerken an den Pranger zu stellen, oder nur zu labern. Ihr könnt aktiv etwas tun!

Viele weitere Wege, auch ohne Geld zu helfen.

Ich danke Euch im Namen aller Radfahrerinnen und Radfahrer in Berlin und anderswo!

Euer Chris

P.S.: Dieser Text funktioniert wie ein Schneeballsystem: Ihr könnt uns zusätzlich unterstützen, indem Ihr diesen einfach auf Euren Social Media Profilen teilt. Dies kostet nichts, tut nicht weh – aber hilft allen Radfahrern.

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